Wechselschaltung
Einleitung
Bei der Wechselschaltung handelt es sich um eine wichtige Schaltung in der Installationstechnik.
Du kennst das sicher: Du kommst in das Schlafzimmer, schaltest das Licht an, legst dich ins Bett und dort willst du es wieder ausschalten. Genau dafür brauchst du eine Wechselschaltung. Sie ist der absolute Klassiker in der Elektroinstallation und wahrscheinlich in jedem Haus zu finden.
Doch wie funktioniert das genau? Und wie verdrahtet man das Ganze, ohne einen Kurzschluss zu bauen? Hier erfährst du alles, was du wissen musst – von der Theorie bis zur praktischen Umsetzung.
Wichtig vorab zu wissen: In der Praxis wird oft die weiterentwickelte Version der Wechselschaltung verwendet. Die sogenannte Sparwechselschaltung.
→Sparwechselschaltung
Ziel / Anwendung der Wechselschaltung
Kurzgesagt, besteht das Hauptziel der Wechselschaltung darin einen Verbraucher (z.B. mindestens eine Leuchte) von zwei verschiedenen Stellen ein- und auszuschalten zu können.
Konkret besteht die Wechselschaltung immer aus 2 Schaltstellen. (Nicht mehr und auch nicht weniger). Von beiden Schalter kann eine Lampe (oder eine Gruppe von Leuchten) unabhängig voneinander ein- und auszuschalten.

Beispiel: Im Schlafzimmer soll das Licht entweder bei der Türe ein und ausgeschaltet werden aber auch direkt aus dem Bett.
Aufbau / Verdrahtung der Wechselschaltung
Der Aufbau sieht wie folgt aus. Wie erklärt, besteht die Wechselschaltung aus zwei Schaltern und mindestens einem Verbraucher wie beispielsweise einer Leuchte.
An den einen Schalter wird der L-Leiter (braun) angeschlossen.
Der andere Schalter wird mit der Leuchte verbunden (orange) und die Leuchte mit dem N Leiter (blau).
Dann werden beide Schalter mit zwei Leitern verbunden. Das sind die sogenannten Korrespondierenden (lila).

Erklärung / Funktion der Wechselschaltung
Stell dir die Schaltung wie zwei Eisenbahngleise vor, die parallel nebeneinander laufen. Wir nennen diese beiden Verbindungsdrähte die Korrespondierenden. (Gleis A und Gleis B)
Der erste Schalter entscheidet, auf welches der beiden Gleise er den Strom leitet (Gleis A oder Gleis B). Der zweite Schalter am anderen Ende der Leitung entscheidet wiederum, von welchem Gleis er den Strom abholt und zur Lampe weiterleitet.
Nur wenn der der Zug vom L-Leiter zum N-Leiter fahren kann, leuchtet die Lampe. Wenn keine Verbindung besteht, leuchtet die Lampe entsprechend nicht.
Übertragen auf den Strom bedeutet das, nur wenn der Stromkreis geschlossen ist, leuchtet die Lampe auf. Schaltet man einen der beiden um, wird der Kontakt unterbrochen.
Zustände
Am einfachsten kann man die Funktion mithilfe der Zustände bzw der Zustands-Tabelle darstellen. Hier ist jede Schalterstellung aufgelistet.
Es gibt insgesamt 4 Möglichkeiten, wie die Schalter eingestellt werden können.
Stehen beide Schalter auf Position 0, besteht eine Verbindung von L zu N. Somit leuchtet die Lampe.

Wird die Position des zweiten Schalters geändert auf Position 1, besteht keine Verbindung mehr und somit geht die Lampe aus.

Auch wenn der Schalter 1 auf Position 1 steht und der Schalter 2 auf Position 0 besteht keine Verbindung und auch hier leuchtet die Lampe nicht.

Drückt man nun wieder auf den Schalter 2 und stellt diesen somit auch auf Position 1, wird die Verbindung zwischen den L-Leiter und dem N-Leiter wieder hergestellt.

Anschließen des Wechselschalters Grundprinzip
Praktisch sieht der Wechselschalter wie im unten dargestellten Bild aus. Hierbei handelt es sich natürlich um ein Beispiel, da die Wechselschalter sich je nach Hersteller natürlich etwas unterscheiden.

Praktische Verdrahtung im Beispiel
Für die praktische Realisierung und Verdrahtung werden folgende Komponenten benötigt:
2x Wechselschalter-Einsatz
2x Wippe für den Schalter
2x Schalter-Rahmen
Korrespondierende: Mantelleitung NYM-J 5×1,5 mm²
Wago-Klemmen
Optional (wenn noch nicht vorhanden):
Zuleitung: Mantelleitung NYM-J 3×1,5 mm²
Verbraucher: Leuchte
Wie in der Theorie-Erklärung oben erklärt, führen zu jedem Schalter 3 Leitungen.
Im ersten Moment könnte man hier über eine 3 Adrige NYM Leitung nachdenken. Allerdings ist es sehr wichtig, diese nicht zu verwenden. Da dann die Korrespondierenden, welche unter Spannung stehen, die falsche Farbe haben. Daher ist dies verboten und extrem gefährlich.
Daher wird für die Schalter-Leitungen eine 5 Adrige NYM Leitung verwendet.
Die Lampe kann mit einer 3 Adrigen NYM Leitung verbunden werden und auch die Zuleitung (z.B. in das Zimmer) kann durch eine 3 Adrige NYM Leitung gegeben sein.
Die Schalter-Leitungen werden entsprechend mit dem Schalter und der Abzweigdose verbunden.
Zudem führt in die Abzweigdose die 3 Adrige NYM Zuleitung sowie die 3 Adrige Verbindung, welche mit der Lampe verbunden ist.
In der Abzweigdose werden zunächst alle Grün-Gelben-Leiter (PE-Leiter) über eine Wago-Klemme verbunden. Die Blauen-Leiter (N-Leiter) werden ebenfalls über eine Wago-Klemme verbunden.
Eine weitere Wago-Klemme verbindet die Braune-Leitung des ersten Schalters mit der Braunen-Leitung (L-Leitung) der Zuleitung.
Des Weiteren wird die Brauen-Leitung des zweiten Schalters mit der Brauen-Leitung der Lampe verbunden.
Korrespondierende: Die Graue-Leitung des Schalter 1 und die Graue-Leitung des Schalter 2 werden ebenfalls über eine Wago-Klemme verbunden. Zudem wird die Schwarze-Leitung des Schalter 1 und die Schwarze-Leitung des Schalter 2 werden ebenfalls über eine Wago-Klemme verbunden.
Praktische Verdrahtung ohne Abzweigdose / Klemmdose
Im praktischen Umfeld besteht teilweise nicht die Möglichkeit, eine Abzweigdose zu realisieren. Daher im Folgenden Beispiel die Realisierung ohne Abzweigdose / Klemmdose.
Hier werden dann allerdings mehr Leitungen benötigt. (Zu den Schaltern verlaufen 2 NYM Leitungen).
Alternativen zur Wechselschaltung
Die wichtigste Alternative ist die sogenannte Sparwechselschaltung. Falls unter den Schaltern eine Steckdose geplant ist, werden bei der Sparwechselschaltung Leitungen gespart.
→ Sparwechselschaltung
Möchte man nur einen Schalter verwenden, wird ein sogenannter Ausschalter benötigt.
→ Ausschalter
Und wenn mehr als zwei Schalter verwendet werden sollen, wird eine sogenannte Kreuzschaltung benötigt.
→ Kreuzschaltung






