Sparwechselschaltung
Einleitung
Bei der Sparwechselschaltung handelt es sich um eine grundlegende Schaltung der Installationstechnik.
Sie hat dieselbe Funktion wie auch die Wechselschaltung. Wie der Begriff Spar-Wechselschaltung schon erahnen lässt, kann hier etwas gesperrt werden.
Konkret: Wenn unter den Schaltern eine Steckdose geplant ist, werden hier im Vergleich zur Standard-Wechselschaltung bei der Sparwechselschaltung weniger Leitungen benötigt.
(Wird unter den Schaltern keine Steckdose geplant, wird mit der Sparwechselschaltung keine Leitung gespart. Sie kann dennoch verwendet werden und ist auch empfohlen, damit ggf in Zukunft eine Steckdose nachgerüstet werden kann.)
Schaltsymbol
Zustandstabelle
Komponenten
Schalter: 2
Verbraucher: Min 1
Ziel
Verbraucher von 2 Schaltstellen ein-/ausschalten
Ziel / Anwendung der Sparwechselschaltung
Der Name ist Programm, aber man muss ihn richtig verstehen. Wir sparen hier nicht an der Sicherheit oder an der Qualität der Schalter. Wir sparen uns eine Ader in der Leitung für einen ganz bestimmten Zweck auf.
Der absolute Hauptgrund, warum man eine Sparwechselschaltung baut, ist dieser: Du möchtest unter dem Lichtschalter noch eine Steckdose haben.
Bei der klassischen Schaltung hast du am zweiten Schalter oft das Problem, dass keine „Dauerphase“ (also dauerhafter Strom) mehr ankommt, sondern nur die geschalteten Drähte. Willst du dort eine Steckdose nachrüsten, stehst du im Dunkeln. Die Sparwechselschaltung sorgt dafür, dass du auch auf der anderen Seite des Raumes Strom für den Staubsauger oder das Handyladegerät hast – ohne die Wände für neue Kabel aufzureißen (vorausgesetzt, du hast ein 5-adriges Kabel liegen).
Wichtig zu wissen: Du brauchst keine speziellen „Sparschalter“. Du nimmst genau die gleichen Wechselschalter (mit 3 Anschlüssen) wie sonst auch. Es ist reine Verdrahtungssache.
Vergleich zwischen Wechselschaltung und Sparwechselschaltung
Wie erklärt wird bei der Sparwechselschaltung eine Ader in der Leitung gespart, wenn sich unter den Schaltern eine Steckdose befindet. Folgender Vergleich stellt dies nochmal dar.
Aufbau / Verdrahtung der Sparwechselschaltung
Der Aufbau sieht wie folgt aus. Die Sparwechselschaltung besteht aus zwei Wechselschaltern und mindestens einem Verbraucher wie beispielsweise einer Leuchte.
Die Besonderheit der Sparwechselschaltung ist, dass an beide Schalter der L-Leiter angeschlossen wird.
Dann werden beide Schalter mit einem Leiter verbunden. Das sind die sogenannten Korrespondierenden (lila). Diese wird ebenfalls mit der Lampe verbunden. Zudem werden sie mit einer weiteren Leitung (lila) verbunden, welche auch mit der Lampe verbunden wird.
Der Vorteil ist hier nochmal direkt ersichtlich. An beide Schalter wird der L-Leiter (die Phase) gelegt. Somit kann einfach eine Steckdose unter dem Schalter realisiert werden. (Unten ist dies nochmal genauer dargestellt)

Erklärung / Funktion der Sparwechselschaltung
Vom Bedienkomfort ändert sich für dich nichts: Schalter drücken, Licht an, Schalter drücken, Licht aus.
Technisch gesehen verdrehen wir hier aber die Logik der Anschlüsse etwas. Bei der Standard Wechselschaltung fließt der Strom in den Eingang des ersten Schalters und kommt beim zweiten wieder raus zur Lampe.
Bei der Sparwechselschaltung nutzen wir die Drähte effizienter: Die Phase (L) liegt nicht nur am ersten Schalter an, sondern auch beim zweiten, sodass dieser hier auch zur Verfügung steht. Das ist der Trick, der die zusätzliche Steckdose ermöglicht. Die eigentliche Schaltfunktion läuft dann über die verbleibenden Adern ab.
Zustände
Am einfachsten kann man die Funktion mithilfe der Zustände bzw der Zustands-Tabelle darstellen. Hier ist jede Schalterstellung aufgelistet.
Es gibt insgesamt 4 Möglichkeiten, wie die Schalter eingestellt werden können.
Stehen beide Schalter auf Position 0, besteht eine Verbindung von L zu N. Somit leuchtet die Lampe.

Wird die Position des zweiten Schalters geändert auf Position 1, besteht keine Verbindung mehr und somit geht die Lampe aus.

Auch wenn der Schalter 1 auf Position 1 steht und der Schalter 2 auf Position 0 besteht keine Verbindung und auch hier leuchtet die Lampe nicht.

Drückt man nun wieder auf den Schalter 2 und stellt diesen somit auch auf Position 1, wird die Verbindung zwischen den L-Leiter und dem N-Leiter wieder hergestellt.

Anschließen des Sparwechselschaltung Grundprinzip
Vorsicht, bei der Sparwechselschaltung wird zwar der Standard Wechselschalter verwendet, allerdings ist es wichtig diesen richtig anzuschließen.
Hier kann schnell ein Fehler gemacht werden.
Die Phase (L-Leitung) oder auch der Lampendraht darf nie auf den beiden Drehpunkten der Schalter liegen.

Praktische Verdrahtung im Beispiel
Für die praktische Realisierung und Verdrahtung werden folgende Komponenten benötigt:
2x Wechselschalter-Einsatz
2x Wippe für den Schalter
2x Schalter-Rahmen
Mantelleitung NYM-J 5×1,5 mm²
Wago-Klemmen
Optional (wenn noch nicht vorhanden):
Zuleitung: Mantelleitung NYM-J 3×1,5 mm²
Verbraucher: Leuchte
Wie in der Theorie-Erklärung oben erklärt, führen zu jedem Schalter 3 Leitungen.
Im ersten Moment könnte man hier über eine 3 Adrige NYM Leitung nachdenken. Allerdings ist es sehr wichtig, diese nicht zu verwenden. Da dann die Korrespondierenden, welche unter Spannung stehen, die falsche Farbe haben. Daher ist dies verboten und extrem gefährlich.
Daher wird für die Schalter-Leitungen eine 5 adrige NYM Leitung verwendet.
Die Lampe kann mit einer 3 adrigen NYM Leitung verbunden werden und auch die Zuleitung (z.B. in das Zimmer) kann durch eine 3 Adrige NYM Leitung gegeben sein.
Die Schalter-Leitungen werden entsprechend mit dem Schalter und der Abzweigdose verbunden.
Zudem führt in die Abzweigdose die 3 adrige NYM Zuleitung sowie die 3 Adrige Verbindung, welche mit der Lampe verbunden ist.
In der Abzweigdose werden zunächst alle Grün-Gelben-Leiter (PE-Leiter) über eine Wago-Klemme verbunden. Die Blauen-Leiter (N-Leiter) werden ebenfalls über eine Wago-Klemme verbunden. Und auch die brauenen-Leiter (Phase/L-Leiter) wird über eine Wago-Klemme verbunden.
Eine weitere Wago-Klemme verbindet die Graue-Leitung des ersten Schalters mit der Grauen-Leitung der Zuleitung.
Des Weiteren wird die Schwarze-Leitung des ersten Schalters mit der Schwarzen-Leitung der des zweiten Schalters und auch die Lampen-Leitung ebenfalls über eine Wago-Klemme verbunden.
Mit Steckdosen
Praktische Verdrahtung ohne Abzweigdose / Klemmdose
Im praktischen Umfeld besteht teilweise nicht die Möglichkeit, eine Abzweigdose zu realisieren. Daher im Folgenden Beispiel die Realisierung ohne Abzweigdose / Klemmdose.
Hier werden dann allerdings mehr Leitungen benötigt. (Zu den Schaltern verlaufen 2 NYM Leitungen).







